Posttraumatische Belastungsstörung
Eine
neue psychotherapeutische Behandlungsmethode für Patienten mit
posttraumatische
r
Belastungsstörung
Die
Posttraumatische
Belastungsstörung
gehört
zu den häufigsten psychosomatischen Krankheitsbildern. Seit einigen
Jahren steht eine neue psychotherapeutische Behandlungsmethode (EMDR =
Eye Movement Desensitization and Reprocessing) zur Bearbeitung
traumabezogener Erinnerungen zur Verfügung. Das Wirkprinzip der
EMDR-Behandlung besteht in einer kontrollierten Reaktivierung der
belastenden Erinnerungen, kombiniert mit gleichzeitiger bilateraler
Stimulierung, z.B. durch Augenbewegungen. Für dieses neue
Therapieverfahren liegen bereits eine Reihe sehr ermutigender
Studienergebnisse vor. Im Rahmen einer Behandlung
der
posttraumatische
n Belastungsstörung in der Habichtswaldklinik wird bei
entsprechender Diagnose eine EMDR-Behandlung angeboten.
Psychotherapeutische
Behandlung bei posttraumatische
r
Belastungsstörung
Fast alle therapeutischen Schulen stimmen darin überein,
dass beim Vorliegen von posttraumatische
r
Belastungsstörung
der Fokus der Behandlung in einem dosierten Wiedererleben der
traumatischen Erfahrung und der damit verbundenen Gefühle und körperlichen
Reaktionen liegen sollte. Dadurch wird eine Stärkung der
Ich-Funktion, eine Aufhebung der Dissoziation und damit eine
Integration der traumatischen Erfahrungen in die Psyche erreicht. Eine
Traumaverarbeitung ist gelungen, wenn die betroffene Person ohne erschütternde
Emotionen über das erlebte
Trauma
sprechen kann. Ziel der psychotherapeutischen Behandlung ist es, dem
betroffenen Menschen zu helfen, die traumatische Erfahrung in sein
gegenwärtiges Leben zu integrieren. Die therapeutische Arbeit verläuft
dabei in individuell zu gestaltenden Phasen, die sich nach
Schwerpunkten wie folgt aneinanderreihen:
Traumaverarbeitung
und Gestaltung des aktuellen Lebens und der Zukunft.
Sicherheit
und Stabilisierung
Die
Wiederherstellung eines Grundgefühls von persönlicher Sicherheit
steht mit gutem Grund an erster Stelle der Traumatherapie, da das
Erleben der traumatischen Situation bei den Betroffenen in der Regel
zu großen Verunsicherungen geführt hat. Die psychotherapeutische
Bearbeitung der Traumatisierung ist daher nur ein Baustein in der
Behandlung traumatisierter Menschen. Wichtig ist zu prüfen, ob der
gewählte Zeitpunkt für die Traumabearbeitung richtig ist und ob
nicht andere Bedürfnisse und therapeutische Zielsetzungen im
Vordergrund stehen oder stehen müssten. Das bedeutet, hier in der
Habichtswaldklinik wird nach der Aufnahme und Diagnosestellung von
Posttraumatische
r Belastungsstörung
überprüft, ob der jetzige Zeitpunkt für eine Traumaexposition
sinnvoll ist. Die Indikation zur Traumabearbeitung sollte nicht an
abstrakten Regeln orientiert werden und je nach traumatischer
Erinnerung psychotherapeutisch bearbeitet werden. Sinnvoll ist es
vielmehr zu fragen, ob die Traumabearbeitung dem/r bestimmten
PatientIn im Moment weiterhelfen könnte. Wohlgemeinte, aber ohne
ausreichende Vorbereitung oder ohne ausreichende Kenntnis der
Problematik dem/r PatientIn oder zur falschen Zeit durchgeführte
Traumatherapie kann im schlimmsten Fall zu Retraumatisierungen führen.
Dies geschieht, wenn die Auseinandersetzung mit der
traumatischen Erinnerung keine Verarbeitung und Integration ermöglicht.
Posttraumatische
Belastungsstörung mit EMDR behandeln ist eine von mehreren Möglichkeiten der Traumaverarbeitung. Seit 1993 wurde eine Technik (EMDR) entwickelt, die gezielt an der Veränderung traumabezogener Erinnerungen und Symptome ansetzt. Das Verfahren bietet den Vorteil einer besonders raschen Durcharbeitung des traumatischen Materials, was die Gesamtbelastung für PatientInnen deutlich senkt.
Die EMDR-Behandlung wird bei posttraumatische
r
Belastungsstörung als
therapeutischer Baustein im Rahmen eines Gesamtbehandlungsplanes zur
Traumabearbeitung und Traumaintegration angewendet. Die
Grundvorgehensweise besteht darin, dass der/ie PatientIn im Rahmen
einer therapeutischen Beziehung eine Konfrontation mit dem
Trauma erlebt. Mit therapeutischer Unterstützung werden dabei
kognitive, emotionale und körperliche Reaktionen auf das Trauma
wiederbelebt und wahrgenommen. Es geht darum, die in der traumatischen
Situation aufgehobenen Verbindungen zwischen Wahrnehmung, Gedanken,
Emotionen und Körperreaktionen wieder herzustellen, um damit die
traumabedingten Reaktionen aufzulösen.
Besondere Bedeutung wird in der EMDR-Behandlung darauf gelegt, alle zu einem traumatischen Ereignis gehörenden
Sinnesqualitäten anzusprechen und einzubeziehen. Die in der
traumatischen Situation aufgehobene Verbindung zwischen Wahrnehmung,
Gedanken und Körperreaktion wird wieder hergestellt. Dadurch erfolgt
eine kognitive Umstrukturierung, indem die durch die Traumatisierung
veränderten Selbst- und Objektrepräsentanzen wieder positiv
korrigiert und integriert wird.
Behandlungsangebot
für PatientInnen mit posttraumatische r Belastungsstörung in der Habichtswaldklinik In der psychosomatischen Abteilung der Habichtswaldklinik ist es möglich, bei der Diagnose „posttraumatische Belastungsstörung“, eine Traumaexposition mit der EMDR-Technik (auch andere Methoden wie „Bildschirmtechnik“ und „Beobachter-Technik“ stehen zur Verfügung) durchzuführen, wobei die Stabilisierung und das Erarbeiten von Sicherheit im Vordergrund steht. Alle PatientInnen werden über Behandlungsmöglichkeiten beraten und informiert. Wir können EMDR-Behandlungen in unserer Abteilung im Rahmen eines stationären Aufenthaltes durchführen, falls das erforderlich und erfolgversprechend erscheint.
von
Anna Hoeß, Therapeutin (ECP)
Zur Klärung weiterer medizinischer Fragen und Behandlungs- bzw. Therapiemöglichkeiten steht Ihnen unsere Chefärztin im persönlichen Gespräch gerne zur Verfügung. Bitte vereinbaren Sie zuvor einen Termin in unserer Privatambulanz.
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